Tipps für die Fastenzeit
Mit Passionszeit oder Fastenzeit wird im Christentum ein mehrwöchiger Zeitraum vor dem Osterfest bezeichnet. Sie dauert 40 Tage, beginnt am Aschermittwoch und endet in der Nacht vor Ostern. Durch die Passionszeit wird daran erinnert, dass Jesus Christus in der Wüste fastete. Auf 40 Tage sowie Nächte wurde der Zeitraum von der Kirche festgelegt. In der Synode von Benevent wurden die Sonntage als Gedächtnistage für die “Auferstehung Jesus Christus” von der Passionszeit ausgenommen. Bezeichnet werden die Sonntage mit den Namen Invocavit, Reminiscere, Oculi, Laetare, Judica sowie Palmarum. Deshalb beginnt die Passionszeit seit der Synode sechs Tage früher. Noch im Mittelalter hielten sich die Menschen streng an die Fastenordnung, sie wurde allerdings im 20. Jahrhundert stark abgemildert.
Von der römisch-katholischen Kirche wurde die Passionszeit zur österlichen Busszeit bestimmt und dient der Vorbereitung auf das Osterfest. Die Gläubigen bereiten sich in dieser Zeit auf ihre Aufnahme und Taufe vor, während die Getauften sich durch Fasten und innere Einkehr auf die Feier vorbereiten. Eingehalten wird die Fastenzeit von Aschermittwoch bis Gründonnerstag. Am Gründonnerstag beginnt die Messe des letzten Abendmahls. Das Osterfasten am Karfreitag sowie teilweise am Karsamstag bis zur Osternachtfeier ist ein Trauerfasten zum Gedächtnis an die Grabesruhe sowie die Passion von Jesus Christus.
Von der Kirche vorgeschriebene strikte Fastentage sind der Aschermittwoch sowie der Karfreitag. Die katholischen Gläubigen dürfen während der Zeit nur eine sättigende Mahlzeit sowie zwei kleine Stärkungen zu sich nehmen. Alle Gläubigen im Alter zwischen 14 bis 60 Jahre müssen dem Fastengebot folgen. Vorgeschrieben ist der Verzicht auf Fleisch und Genussmittel. Zahlreiche Katholiken verzichten somit während der Fastentage auf Fleisch, Süssigkeiten sowie Genussmittel unter anderem Alkohol, Kaffee, Tee und Zigaretten. Ebenfalls gibt es Menschen, die während der Fastenzeit auf angenehme Dinge verzichten. Dazugehören unter anderem Discobesuche, das Musikhören, das Fernsehen, Computerspiele, das Internet oder das Autofahren. Die katholische Kirche erwartet von den Gläubigen, dass sie während der Zeit fasten, beten und geben. Die Tage werden als Zeit der Umkehr, der Besinnung und der Busse betrachtet.
Die Passionszeit wird von allen Menschen sehr individuell betrachtet, sie ist ein Teil des Lebens sowie des ganzheitlichen Denkens. Neben Heilfasten mit Wasser und Brühe sowie den Verzicht auf Fleisch stehen bei vielen Menschen heute Dinge auf der Liste, auf die verzichtet werden kann wie beispielsweise auf den Computer oder das Auto. Allerdings sind für viele Fastenwillige ganz einfache Gründe wichtig, sie wollen einige Kilo abnehmen. Dazu zählt dann auch die Selbstüberwindung. Während der Fastentage und den Verzicht auf Fleisch und Genussmittel wird der Körper von altem Ballast befreit. Die Zeit dient zur Reinigung, Entschlackung und Entsäuerung des Körpers. Dadurch werden die Selbstheilungskräfte wieder aktiviert, der Stoffwechsel wird angeregt und das Immunsystem des Darms erholt sich wieder.
